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Cai – Techniken des Taiji Quan (5/8)

Cǎi 採 (Cǎi Jin)

Cai oder Cai Jin ist eine der vier Nebentechniken oder Bewegungsmuster des alten Yang Stil Taiji Quan.

Cai ist ein ansatzloser und ruckartig ausgeführter Zug Richtung Boden um einen Gegner zu destabilisieren. Es kann mit einer Hand oder mit beiden Händen ausgeführt werden, dazu wird der eigene Schwerpunkt senkrecht abgesenkt.

Über die allgemeine Destabilisierung des Gegners hinaus ist Cai aber auch ein direkter Angriff auf seine Halswirbelsäule (Peitschenschlag-Syndrom). Deshalb ist in Partnerübungen besondere Vorsicht geboten.

Das Schriftzeichen Cai 採 bedeutet pflücken oder zupfen. In der englischsprachigen Literatur wird Cai zumeist mit Pull oder Pull-down übersetzt. In den Klassikern des Taiji Quan wird Cai mit der Art, wie ein Affe einen Pfirsich pflückt, verglichen.

„Pull-down is like a monkey plucking peaches”

Douglas Wile: Lost T’ai-chi Classics from the Late Ch’ing Dynasty (attributed to T’an Meng-hsien)

Die Anwendungen von Cai:

• Den Gegner am Handgelenk fassen und nach unten ziehen
• Befreiung aus einem Griff des Gegners am Handgelenk

In beiden Anwendungen wird die Hand, mit der Cai ausgeführt wird, senkrecht mit den Fingern voraus nach unten geführt und die Kleinfingerseite beugt deutlich (Ulnarabduktion). Gegen einen völlig im Gleichgewicht stehenden Gegner sind diese Techniken nicht wirksam.

• Abwehr gegen einen Kick des Gegners

Dafür braucht es einen Kontakt zu einem oder beiden Armen. Sobald der Gegner den Fuß für den Kick anhebt, erfolgt ein Zug des Armes oder beider Arme mit einer oder beiden Händen nach unten. Die Hand, die Cai ausführt, streckt im Handgelenk (Palmarflexion) und senkt den Handballen nach unten ab. Diese Technik ist äußerst wirksam, weil sie das Trittbein des Gegners unmittelbar wieder auf den Boden bringt.

Eine Methode, die in Verbindung mit Cai öfter Erwähnung findet, aber den Kriterien von Cai nicht genau entspricht, ist eine vorbereitende (set-up) Technik für eine Folgetechnik. Dabei wird zumeist der Arm des Gegners mit leichtem Kontakt, z.B. mit Daumen und Ringfinger etwas oberhalb von Hand- oder Ellbogengelenk umfasst und der Griff in Richtung des Gelenks kurz zusammengezogen. Die Destabilisierung des Gegners ist hier nur gering, da die Technik auf das Qi-System (Akupunkturpunkte, etc.) abzielt.

In folgenden Bewegungen findet sich Cai in der Form wieder:

Die Nadel am Meeresgrund

In der Ausführung nach Erle Montaigue bleibt der Oberkörper dabei aufrecht, alle anderen Stile beugen den Oberkörper nach vor. Der aufrechte Oberkörper ist aber eine wichtige Voraussetzung für Wirksamkeit in der Anwendung von Cai.

Sanshou Partnerform

In der Sanshou Partnerform findet sich das beidhändig ausgeführte Cai.

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