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Ji – Techniken des Taiji Quan (3/8)

Jǐ 擠  (Lǚ Jin)

Ji oder Ji Jin ist eine der vier Haupttechniken.

Das Schriftzeichen 擠 bedeutet zusammendrängen, etwas auspressen oder auswringen.In der englischsprachigen Literatur wird Ji mit Press übersetzt, Erle Montaigue hat darauf hingewiesen, dass Squeeze die treffendere Bezeichnung ist. 

In den Klassikern des Taiji Quan wird Ji beschrieben als eine Zusammenführung von zwei Seiten, um auf einen Punkt zu fokussieren. Ji ist kurz und konzentriert wie das Aufspringen eine Münze, welche auf eine Trommel fällt wird und von dort zurück geworfen wird.

„Meeting and combining in one movement, we indirectly receive the force of the reaction. This like a ball bouncing off a wall, or a coin dropped on a drum, which bounces off with a metallic sound.“

Douglas Wile: Lost T’ai-chi Touchtstones (attributed to T’an Meng-hsien)

Die Merkmale von Ji sind:

  • Es wird mit beiden Armen ausgeführt und ist eine Angriffsbewegung auf kurze Distanz nach vorne
  • Der Oberkörper ist vorher abgedreht und wird dann in einer Vorwärtsbewegung zum Ziel gedreht
  • Die Hände sind beim Auftreffen aufeinander gelegt, der Kontakt zwischen ihnen erfolgt an den Handballen beim Erbsenbein
  • Die vordere Hand ist senkrecht und einem zugewandt, die Stellung ist Yin; die körpernähere Hand ist Yang und weist nach vorne; beide Hände geben zugleich die Kraft nach vorne ab
  • Als Variante kann die innere Hand auch gegen den Unterarm anstelle des Handgelenkes drücken, um die Kraft dort zu übertragen
  • Es ist zumeist eine Folgetechnik von Lü

Vereinfacht ausgedrückt lässt sich das Zusammenspiel der Arme beim Ji mit einem Scherengitter vergleichen, die Ellbogen zieht es zueinander, dadurch bewegen sich die Handgelenke nach vorne. Durch die Bewegung hindurch wird ausgeatmet, das Zwerchfell spannt an, was die Ellbogen nach innen und unten zieht, damit die Hände die Kraft nach vorne abgeben können.

Die Wirbelsäulenbewegung ist trickreich: In der Endstellung ist der untere Rücken im Hohlkreuz, während der obere Rücken sich wieder wiedergeweitet ist, indem die Schultern leicht nach vorne gerollt werden.

Ji ist in der Anwendung zumeist zur Vorderseite des Gegners gerichtet.
In der alten Yang Stil Form gibt es auch ein tiefer durchgeführtes Ji von oben zum Unterbauch des Gegners und ein Ji auf Kopfhöhe. Der Angriff mit Ji kann aber auch an der Rückseite des Brustkorbes, am äußeren Rand des Schulterblatts erfolgen, wie dies in der Sanshou Partnerform trainiert wird.

Die Kraftübertragung beim Ji erfolgt waagrecht nach vorne und das Neutralisieren geschieht im Taiji Quan durch ein An, in dem Fall ist das ein Zug senkrecht nach unten.

Im einhändigen Tui Shou, ist der Oberkörper beim Ji abgedreht und die Fokussierung erfolgt mit einer Hand, dies ist jedoch nur eine kurze Phase und würde in weiterer Folge in ein klassisches Ji münden.

In folgenden Bewegungen findet sich Ji in der Form wieder:

  • Den Vogelschwanz fassen: Ji

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